Neue Wege im Kampf gegen Herpes? – Die Impfung gegen Herpes Zoster

Was bedeutet der Impfstoff gegen Herpes Zoster-Viren?

Seit dem letzten Jahr empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Impfung gegen Herpes Zoster, die Gürtelrose. Was steckt hinter diesem Impfstoff? Bedeutet eine Impfung gegen einen der Herpestypen einen Durchbruch in der Herpesforschung? Ist Herpes doch heilbar?

In diesem Beitrag möchte ich euch einen Impfstoff gegen die Varizella-Viren vorstellen, die Herpes Zoster auslösen. Aber gleich zu Beginn muss und möchte ich euch sagen – auch durch einen Impfstoff wird dieses Herpesvirus nicht heilbar, unter Umständen jedoch leichter handhabbar.

Kleine Erinnerung – was war nochmal Herpes Zoster?

Bevor ich euch in einer kleinen Chronologie darlegen werde, wie und wann ein Impfstoff gegen die Gürtelrose auf den Markt gekommen ist, möchte ich in Kürze zusammenfassen, was es mit dem Herpes Zoster auf sich hat.

Fieberbläschen des Herpes Zoster am Hals

Ausführlicher erläutert findet ihr all das in dem Beitrag „Herpes Zoster – eine unterschätzte Virusform„. Ursächlich für eine Gürtelrose sind immer die Viren, die Windpocken auslösen, nämlich die Varizella-Zoster-Viren. Hierbei handelt es sich ebenfalls um Viren aus der Herpesfamilie.

Die meisten von uns infizieren sich bereits im Kindesalter mit diesen Viren und erkranken in Folge dessen an den Windpocken. Wie alle Herpesviren verweilen auch die Varizella-Zoster-Viren lebenslang im Körper. Werden diese durch beispielsweise eine Schwächung des Immunsystems reaktiviert, kommt es aber nicht zu einem erneuten Ausbruch der Windpocken, sondern zur Gürtelrose.

Die Gürtelrose macht sich meist zuerst durch regelrechte Nervenschmerzen bemerkbar, dann folgen die herpestypischen Bläschen, die sich großflächig miteinander verbinden. Die Gürtelrose kann überall am Körper auftreten und ist meist nur auf einer Körperhälfte zu finden.

Wie alle Herpeserkrankungen kann auch Herpes Zoster zu Komplikationen führen, besonders bei älteren oder chronisch kranken Menschen. Generell sind besonders ältere Menschen durch die nachlassende Immunabwehr gefährdet und leiden häufiger an Komplikationen. Einige Betroffene entwickeln beispielsweise chronische Nervenschmerzen, die sie bis an ihr Lebensende begleiten.

Herpes-Zoster-Impfung: Eine kleine Chronik

Impfung gegen Herpes Zoster, Gürtelrose

Der Lebendimpfstoff Zostavax

Im Juni 2005 berichtet die ÄrzteZeitung erstmalig über einen in Amerika getesteten Impfstoff gegen Herpes Zoster. Eine Studie, die an ausschließlich über 60-jährigen Studienteilnehmern durchgeführt wurde, zeigte erstmals, dass infolge der Impfung mit abgeschwächten Varizella-Zoster-Viren deutlich weniger Probanden an Herpes Zoster erkrankten und das, falls doch der Fall einer Erkrankung eintrat, die Beschwerden und Folgen deutlich erträglicher und geringer ausfielen.

Von da an wurde der bekanntgewordene Impfstoff Zostavax auch in Deutschland immer häufiger thematisiert. Im Mai 2006 wurde Zostavax als anerkannter Impfstoff in Europa gegen die Gürtelrose zugelassen, jedoch noch nicht auf dem deutschen Markt eingeführt.

Dabei plädierten bereits 2006 die ersten Ärzte und Experten unter anderem an die Ständige Impfkommission (STIKO), den Impfstoff in den offiziell empfohlenen Impfkalender aufzunehmen, da er besonders für Patienten ab 60 Jahre „die jährliche Influenza-Impfung […] in idealer Weise ergänze“ (Wahle, s. Quelle). Obgleich der Impfstoff nicht zu 100% vor dem Ausbruch einer Gürtelrose schützen konnte, stand zunehmend fest, dass die Impfung sinnvoll sei, da sie zumindest immer auch Beschwerden und Komplikationen eingrenzen könne.

Doch auch 2011 war der Impfstoff wohl aufgrund von Produktionsproblemen noch immer nicht in Deutschland erhältlich und musste auf eigene Kosten aus dem Ausland – zum Beispiel der Schweiz – bezogen werden. Zu dieser Zeit fand er in den USA bereits mehrjährige Anwendung.

Offiziell erhältlich ist Zostavax in Deutschland erst seit 2013. Warum mit der Einführung so lange gewartet wurde, ist nicht eindeutig bekannt. Die STIKO empfiehlt den Impfstoff Zostavax jedoch aus verschiedenen Gründen, auf die ich später noch eingehen werde, bis heute nicht.

Der Todimpfstoff Shingrix

2016 berichtete die ÄrzteZeitung dann erstmalig über einen weiteren Impfstoff gegen Herpes Zoster, den sogenannten Shingrix. Anders als bei Zostavax sollte es sich bei diesem Impfstoff um einen Totimpfstoff mit einer Wirksamkeit von bis zu 97% handeln.

Während Shingrix in den USA bereits im Oktober 2017 anerkannt wurde, ist der Zweifachimpfstoff in Europa erst seit Anfang 2018 zugelassen.  Ebenfalls anders als bei Zostavax reagierte die STIKO auf den Totimpfstoff jedoch sehr schnell:

Seit Dezember letzten Jahres spricht die STIKO eine offizielle Impfempfehlung für den noch recht neuen Impfstoff Shingrix für Personen über 60 Jahren aus. Auch bei Ärzten kommt der neue Impfstoff gut an: Jüngst im April 2019 wurde der Impfstoff vom sogenannten onkoderm-Netzwerk von Fachärzten zum Medikament des Jahres 2019 ernannt.

Beide Herpes-Zoster-Impfstoffe gegenüber gestellt: Shingrix vs. Zostavax

Doch worin unterscheiden sich die Impfstoffe denn nun konkret? Und warum empfiehlt die STIKO nur einen der beiden Impfstoffe?

Zostavax ist ein Lebendimpfstoff mit abgeschwächten Herpesviren, den Varizella-Zoster Viren. Lebendimpfstoffe, mit denen ja quasi die Krankheit selbst geimpft wird, dürfen oftmals nicht bei allen Personen angewendet werden. Auch Zostavax kann bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem das Gegenteil der eigentlichen Zielsetzung bewirken und den Herpes Zoster selbst auslösen.

Außerdem liegt die Wirksamkeit von Zostavax bei nur etwa 50%. Ältere Menschen, für die eine solche Impfung ja aufgrund der erhöhten Komplikationen von Herpes Zoster am sinnvollsten ist, reagieren aufgrund der nachlassenden Immunaktivität auf Lebendimpfungen oftmals nicht ausreichend, so dass die Impfung ohne erzielte Wirkung bleibt. Die Wirkungsdauer von Zostavax ist zeitlich sehr begrenzt.

Shingrix hingegen ist ein Totimpfstoff, der durch seine bestimmte Zusammensetzung auch bei älteren Personen die gewünschte Immunantwort erzielt und somit bis ins hohe Alter seine Wirksamkeit erhält. Außerdem haben erste Studien eine deutlich höhere Wirksamkeit (97%) und eine deutlich längere Wirkungsdauer ergeben.

Aus diesen Gründen empfiehlt die STIKO Shingrix nun als Standardimpfung für über 60-Jährige, bei Personen mit geschwächter Immunabwehr durch Autoimmun- oder chronischen Erkrankungen bereits ab 50 Jahren. Aktuell wird Shingrix noch nicht von allen Kassen übernommen, aufgrund der positiven Ergebnisse ist damit aber zu rechnen.

Übrigens sollten beide Impfungen nicht mit der Impfung gegen Windpocken, also gegen die Primärinfektion mit den Varizella-Zoster-Viren verwechselt werden, auch wenn dieser in seiner Wirkungsweise dem Zostavax sehr ähnelt, jedoch primär für Kleinkinder empfohlen wird. Tatsächlich kann auch trotz Windpockenimpfung später Herpes Zoster ausbrechen, da dem Körper durch die Impfung ja quasi künstliche Varizella-Zoster-Viren zugefügt werden.

Weder für Zostavax noch für Shingrix ist ein vorheriger Test notwendig, ob im Körper überhaupt Varizella-Zoster-Viren nachweisbar sind.

Mein Fazit zur Impfung gegen Herpes Zoster

Besonders im Alter ist das Risiko, an einer Gürtelrose zu erkranken, sehr groß. Nicht nur die Gürtelrose selbst, sondern auch ihre Spätfolgen und Komplikationen können die Lebensqualität extrem einschränken und in Kombination mit anderen Erkrankungen sogar lebensbedrohlich werden.

Auch wenn es zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Langzeitstudien zum Impfstoff Shingrix gibt, erachte ich es in jedem Falle für sinnvoll, den Empfehlungen der STIKO in diesem Fall Folge zu leisten. Dass die Forschung mittlerweile soweit ist, bestimmte Herpesviren mit einer Impfung einzugrenzen, lässt hoffen, dass es vielleicht eines Tages auch Impfungen gegen andere Herpestypen geben wird.

Doch ob Impfstoff oder nicht: Ein starkes Immunsystem ist und bleibt das A und O im Kampf gegen das Herpesvirus. Und zwar gegen jedes.

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Herpesfreie Grüße, Dein Marcel!

Marcel Hoehrmann

studierter Sportwissenschaftler, Gesundheitsberater & Präventionscoach

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