Das Herpesvirus – Eine unterschätzte Gefahr?

In meinem Artikel „Häufig Herpes? – Warum Dein Immunsystem Schuld hat!“ habe ich euch ja bereits erklärt, wie eng euer Immunsystem mit Herpesinfektionen und -ausbrüchen zusammenhängt.

Es beeinflusst nicht nur die Intensität der Ausbrüche, sondern auch die Häufigkeit. Und es führt zu einem fiesen Teufelskreis, denn: Ein schwaches Immunsystem ist extrem anfällig für Herpesviren.

Umgekehrt schwächen das Herpesvirus in all seinen Ausprägungen und jeder einzelne Ausbruch das Immunsystem, erhöhen euren Nährstoffbedarf und machen es damit anfällig für andere Erkrankungen.

Das bedeutet nicht nur eine verstärkte Anfälligkeit für kleinere Infekte und Erkältungen. Tatsächlich kann das Herpesvirus je nach Typ gefährliche Erkrankungen bedingen.

Gefahr durch das Herpesvirus im Gehirn

Vorab sei gesagt: Dies ist natürlich nicht der Normalfall. Trotzdem finde ich es wichtig, auf Gefahren hinzuweisen, damit das Herpesvirus nicht weiter unterschätzt wird. Es lohnt sich in jedem Fall, dass Ihr euer Immunsystem stärkt, um euch und auch eure Mitmenschen zu schützen. In diesem Artikel möchte ich darauf eingehen, was Herpesviren mit unserem Körper wirklich machen können.

Von Alzheimer bis Krebs – das Herpesvirus kann an vielen Erkrankungen beteiligt sein

Ja, ihr habt richtig gelesen: Herpes kann an Alzheimer beteiligt sein. Die Studien hierzu sind noch relativ neu und Alzheimer zählt bis heute zu den Krankheiten, die noch nicht endgültig erforscht sind.

Erstmals wurde ein Zusammenhang zwischen Herpesviren und Alzheimer 2014 untersucht. Hierbei wurde die Viruslast zwischen gesunden Menschen und Menschen mit Alzheimer verglichen. Tatsächlich ergab diese Untersuchung, dass Menschen mit nachgewiesenen Herpes-simplex-Viren doppelt so häufig an Alzheimer erkranken wie Menschen ohne Viruslast. Andere Studien ergaben sogar ein vierfach erhöhtes Risiko.

Es ist jedoch noch nicht abschließend geklärt, ob die Herpesviren wirklich ein Mitauslöser für Alzheimer sind oder ein Symptom dessen. Denn auch Alzheimer schwächt das Immunsystem und daher sind Alzheimerpatienten eben auch anfälliger für Herpesinfektionen.

Fest steht aber mittlerweile, dass bestimmte Herpesviren die Aktivität von Alzheimergenen anregen können und die Krankheit somit mindestens verschlimmern können.

Krebserkrankungen durch Herpes

Auch zwischen Krebs- und Tumorerkrankungen und Herpesviren besteht ein bzw. bestehen sogar mehrere Zusammenhänge.

Zunächst einmal schwächt Herpes wie mehrfach erwähnt das Immunsystem. Und ein geschwächtes Immunsystem ist schlicht nur mangelhaft in der Lage, sich gegen Krankheiten zu wehren. Und bei kaum einer Krankheit sind starke Abwehrkräfte wohl so wichtig wie im Kampf gegen Krebszellen. Aber nicht nur ein schwaches Immunsystem begünstigt Krebserkrankungen.

Mittlerweile gilt es als erwiesen, dass bestimmte Viruserkrankungen

– darunter auch einige Herpesviruserkrankungen –

unmittelbar an Krebserkrankungen beteiligt sein können, beispielweise das bereits vorgestellte Epstein-Barr-Virus. Das Herpesvirus nistet sich in Zellen ein und verändert sie vereinfacht gesagt so, dass das Kontrollsystem der Zelle nicht mehr richtig funktioniert. Jede veränderte Zelle vermehrt sich auch mit seiner veränderten DNA. Diese Zellveränderung kann Krebs bedingen.

Das Epstein-Barr-Virus begünstigt beispielsweise die Entstehung von B-Zell-Lymphomen. Auch das Humane Herpesvirus 8, auf das ich bisher noch nicht genauer eingegangen bin, kann die Entstehung bestimmter Sarkome begünstigen.

Wichtig: Herpes KANN an der Entstehung von Krebs beteiligt sein. Doch das Herpesvirus ist weit verbreitet und ist absolut kein garantierter Auslöser für eine Krebserkrankung. Diese hängt noch von zahlreichen anderen Faktoren ab. Aber Herpes kann eben einer dieser Faktoren sein.

Depressionen und Herpes – und noch ein Teufelskreis

Dass Herpes die Psyche belastet, ist nicht neu. Dass Stress und psychischer Druck das Immunsystem belasten und damit Herpesausbrüche fördern, auch nicht. Doch dass bestimmte Herpesviren auch Depressionen und bestimmte psychische Störungen und Erkrankungen mitbedingen können, mag wiederum neu für euch sein.

Depression ausgelöst durch Herpesviren

Besonders das Humane Herpesvirus 6 steht hier unter Verdacht. Ähnlich der Studien zu Alzheimer wurden depressive Patienten und solche mit bipolarer Störung untersucht und in bestimmten Hirnzellen  des Kleinhirns wurden auffällig oft Herpesviren gefunden. Vermutet wird, dass die Viren die Nervenzellen bereits in jungen Jahren befallen und sie damit in ihrer Entwicklung behindern. Auch die Interaktion mit dem Immunsystem werde dadurch behindert. Studien für die künftige Behandlung solcher Erkrankungen stehen leider noch aus.

Durch Herpes ausgelöste Enzephalitis

Auch der bekannteste und doch meist als harmlos wahrgenommene Herpestyp Herpes-simplex kann einen gesunden Menschen zu einem schwer kranken machen. Nämlich dann, wenn das Herpesvirus ins zentrale Nervensystem gelangt. Denn darüber können die Herpesviren ins Gehirn gelangen und eine Hirnentzündung auslösen – wie bei Baby John.

Bei Säuglingen ist die Gefahr einer Hirnentzündung, der sogenannten Enzephalitis, am größten. Doch auch Erwachsene können betroffen sein, zum Beispiel wenn das Immunsystem durch eine andere Erkrankung bereits geschwächt ist. Eine Enzephalitis muss immer schnellstmöglich behandelt werden, da sie schwere Hirnschädigungen hervorrufen kann und unbehandelt mit großer Wahrscheinlichkeit zum Tode führt. Sie beginnt meist mit den Symptomen einer Grippe, mit Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen.

Solltet ihr also gerade unter einem akuten Herpesausbruch leiden oder vor kurzem Herpes gehabt haben, seid bei solchen Symptomen besonders achtsam. Bei voranschreitendem Verlauf treten auch Bewusstseinsstörungen, Vergesslichkeit und neurologische Probleme auf. Bei zu später Behandlung können diese Symptome bestehen bleiben.

Neben Herpes-simplex können auch Varizella-Zoster- und Ebstein-Barr-Viren die Hirnentzündung auslösen. Mitunter sind auch die Hirnhäute mitbefallen. Behandelt wird die durch Herpesviren ausgelöste Enzephalitis mit einer hochdosierten intravenösen Aciclovirgabe, um die Verbreitung des Virus zu stoppen. Ein Krankenhausaufenthalt ist in jedem Falle unabdinglich.

Schädigung des Sehvermögens durch Herpesviren

Es ist möglich, dass bei einem akuten Herpesausbruch Herpesviren an oder ins Auge gelangen. Meistens passiert das durch Viren des Herpes-simplex-Virus 1, aber auch andere Herpesviren können das Auge infizieren.

Bitte achtet also darauf, euch nicht die Augen zu reiben, wenn ihr Herpesviren an den Händen haben könntet. Sollte eines oder gar beide Augen jucken, brennen und stark gerötet sein und ihr gerade Herpes gehabt haben oder mit Herpesviren in Berührung gekommen sein, dann seid in jedem Falle in Alarmbereitschaft. Denn einige Herpesviren können sogar die Hornhaut befallen oder den Sehnerv schädigen.

Unbehandelt heilt Herpes im Auge nicht ab und kann sogar zur Erblindung führen. Behandelt wird in der Regel neben Aciclovir auch mit Cortison.

Seid achtsam!

Warnung - Herpes als Gefahr

Unterschätzt das Herpesvirus nicht und bedenkt bitte zwei wichtige Dinge:

  1. Wenn ihr unter einem akuten Herpesausbruch leidet, dann leidet ihr unter einer Erkrankung und euer Körper braucht Kraft, um gesund zu werden. Deshalb kann es in vielen Fällen sinnvoll oder sogar nötig sein, sich krankschreiben zu lassen, um dem Körper die nötige Ruhe zu geben, die Herpesviren zu bekämpfen.
  2. Und so vermeidet ihr auch die Ansteckung eurer Mitmenschen, denn mit einem akuten Herpesausbruch stellt ihr natürlich auch eine Gefahr für andere, besonders für Säuglinge und Kleinkinder dar. Natürlich könnt ihr euch nicht einsperren, aber beachtet bitte ein paar wichtige Dinge im Umgang mit Herpesviren:
  • Berührt die Herpesbläschen nicht mit den Fingern, sondern benutzt zum Auftragen von Salben o.Ä. immer ein Wattestäbchen.
  • Wascht euch unbedingt gründlich die Hände, wenn ihr mit den Fieberbläschen in Berührung kommt. Wie ich im Artikel zum Genitalherpes bereits erläutert habe, ist Herpes im Intimbereich auch durch HSV1 möglich, etwa 30% der Ausbrüche von Genitalherpes werden durch das HSV1 ausgelöst. Nämlich beispielsweise dann, wenn ihr ein Herpesbläschen im Gesicht berührt habt und danach auf die Toilette geht, ohne die Hände gereinigt zu haben.
  • Verzichtet auf jegliche sexuelle Kontakte bei einem akuten Herpesausbruch, denn leider schützen nicht einmal Kondome sicher vor einer Ansteckung.
  • Haltet euch – drastisch ausgedrückt – von Säuglingen und Kleinkindern fern, wenn ihr unter Herpes leidet! Das Schicksal vom Baby John ist ein gutes Beispiel, warum das so wichtig ist.

Klar, ich zeige in diesem Artikel Worst-Case-Szenarien auf. Besonders das Herpes-simplex-Virus ist bei fast 90% der Bevölkerung verbreitet und diese Tatsache alleine zeigt, dass es in den meisten Fällen harmlos verläuft und keine schlimmeren Erkrankungen hervorruft. Trotzdem möchte ich euch sensibilisieren und aufzeigen, dass Herpes eben nicht nur ein paar nervige Fieberbläschen mit sich bringt.

Auch von der Wissenschaft war Herpes lange ein eher vernachlässigtes Thema, was die Tatsache belegt, dass aktuell immer mehr Studien zu den oben genannten Themen durchgeführt werden.

Und wieder einmal wird deutlich, wie groß die Bedeutung eines starken Immunsystems wirklich ist. Ihr schützt euch nicht nur vor lästigen wiederkehrenden Herpesausbrüchen, sondern auch vor schlimmeren Erkrankungen, ob durch Herpes bedingt oder nicht. Und, wie ihr jetzt wisst, tut ihr auch eurer Psyche etwas Gutes.

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Herpesfreie Grüße, Dein Marcel.

Marcel Hoehrmann

studierter Sportwissenschaftler, Gesundheitsberater & Präventionscoach

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