Lippenherpes – das bekannteste Herpesvirus

Wer sich ein wenig durch diesen Blog geklickt hat, weiß jetzt schon, wie vielseitig das Herpesvirus ist, dass es zahlreiche verschiedene Typen gibt und Herpes nicht gleich Herpes ist. Doch auf den bekanntesten und weit verbreitetsten Typ möchte ich heute nochmal etwas ausführlicher eingehen: Herpes-simplex-Virus 1 (HSV1), meistens bekannt als Lippenherpes.

Herpes-simplex 1 – ein weit verbreitetes Virus

Einiges habe ich euch schon im Artikel „Was ist Herpes?“ erläutert, trotzdem möchte ich nochmal in Kürze wiederholen, was es mit dem Lippenherpes auf sich hat.

Fieses Lippenherpes mit Fieberbläschen

Etwa 90% der in Deutschland lebenden Menschen tragen das HSV1 in sich. Das heißt, wenn ich mich mit zehn Leuten in einem Raum befinde, sind neun davon Virusträger. Wahrscheinlich sogar alle 10, denn die 10 %, die es geschafft haben, sich bisher nicht zu infizieren, leben sehr wahrscheinlich abgeschieden. Aber wenn man sich so auf der Straße, in der Bahn oder im Café umschaut, dann sieht man nicht mal ansatzweise so viele Personen mit Bläschen im Gesicht.

Woran liegt das?

Die Antwort ist so naheliegend wie einfach: Bei vielen bricht das Virus nicht oder nur sehr sehr selten aus, obwohl es in den Körper eingedrungen ist. So ist es nicht ungewöhnlich, dass jemand sein Leben ohne ein einziges Bläschen in seinem Gesicht lebt, obwohl er sich bereits als Kind mit dem HSV1 angesteckt hat.

Und woran wiederum liegt das?

Kaum ein Wort fällt hier so oft im Zusammenhang mit Herpesausbrüchen wie dieses: am Immunsystem. Am Ende des Tages entscheidet einzig und allein das Immunsystem mit all seinen äußeren wie inneren Einflussfaktoren auch bei Lippenherpes über Intensität, Dauer und Häufigkeit der Ausbrüche.

Herpes-simplex 1 zählt eher zu den ungefährlicheren Herpestypen und nimmt bei vielen auch einen harmlosen Verlauf. Dass in bestimmten Fällen aber auch beim HSV1 Vorsicht geboten ist, erläutere ich später.

Wie kommt es zu einer Infektion und wie macht sie sich bemerkbar?

Auch der sogenannte Lippenherpes ist hochgradig ansteckend. Am größten ist die Gefahr bei einem akuten Ausbruch des Virus über die in den Herpesbläschen enthaltene Flüssigkeit, aber auch im Speichel oder anderen Körperflüssigkeiten sind Herpesviren enthalten. Die Übertragung erfolgt als Tröpfchen- oder Schmierinfektion und die Viren gelangen über die Schleimhäute – beim Lippenherpes zumeist über die Mund- und Rachenschleimhaut – in den Körper.

Wichtig zu wissen ist, dass Herpesviren nicht nur von Körper zu Körper übertragen werden können, da sie zum Teil Stunden bis hin sogar bis zu ein bis zwei Tagen an der Luft überleben können. Anders als bei anderen Virusinfektionen, bei denen Viren an der Luft mitunter innerhalb von Minuten absterben können, können Herpesviren daher auch über einen gewissen Zeitraum an Gläsern, Gabeln oder anderen Gegenständen verweilen. Deshalb sollte unbedingt darauf geachtet werden, sich besonders bei einem akuten Herpesausbruch mit niemandem Gläser oder Besteck zu teilen.

Die Primärinfektion mit dem HSV 1 erfolgt oftmals schon im frühen Kindesalter, etwa über Küsse der Eltern an die Kinder. Denn Herpes ist nicht nur während eines akuten Ausbruchs ansteckend. So besteht bei jedem Virusträger immer ein latentes Ansteckungsrisiko, selbst wenn der Ansteckende selbst nicht unter Herpes leidet.

Auch beim HSV1 verläuft die Primärinfektion normalerweise unbemerkt. Dann verweilen die Viren aber für immer im Körper. Eine sogenannte Reaktivierung der Viren führt zum Virusausbruch.

Die Anbahnung eines Herpesausbruches

Zumeist beginnt ein akuter Lippenherpes mit einem juckenden Spannungsgefühl an der Lippe. Hat man erst ein paar Male unter der fiesen Infektion gelitten, spürt man meistens schon beim kleinsten Ziehen, was auf einen zukommen wird.

Darauf folgen die typischen Fieber- bzw. Herpesbläschen, die sich mit Flüssigkeit füllen. Nach einer Weile platzen die Bläschen auf. Das ist die ansteckendste Phase des Herpesvirus. Nach und nach verkrusten die Bläschen und heilen ab.

Auch wenn HSV 1 oftmals als Lippenherpes bezeichnet wird, bedeutet dies keineswegs, dass die Herpesbläschen nur an der Lippe auftreten. Der eben beschriebene Verlauf dauert etwa sieben bis zehn Tage und ist die harmloseste Form.

Doch der sogenannte Lippenherpes kann das ganze Gesicht befallen.

Herpes am Augenlid

Dies kann unter anderem dann gefährlich werden, wenn die Bläschen das Auge befallen. Dann besteht die Gefahr, dass die Hornhaut oder sogar der Sehnerv beschädigt wird, was wiederum zur Erblindung führen kann.

Manchmal kommt es außerdem zu geschwollenen Lymphknoten und einem allgemeinen Krankheitsgefühl – das Immunsystem versucht, gegen die Viren anzukämpfen.  Auch HSV 1 kann schlimmstenfalls zu einer Gehirnentzündung oder Hirnhautentzündung führen, weshalb man besonders bei einem starken Ausbruch lieber Rücksprache mit seinem Arzt halten sollte.

Auch chronisch Kranke oder Patienten einer Autoimmunerkrankung sollten bei Herpes besonders achtsam sein. Mittel wie Aciclovir können während eines Ausbruchs Linderung verschaffen, bekämpfen aber wie immer nicht die Ursache.

Ich habe ja bereits über das Schicksal vom Baby John berichtet, weshalb es mir an dieser Stelle nochmal ein besonderes Anliegen ist, auf absolute Vorsicht im Kontakt mit Säuglingen hinzuweisen, wenn ihr gerade unter Herpes leidet.

Baby mit Herpes auf Doktors Arm

Ein kleines Herpesbläschen bei euch kann einen Säugling nachhaltig schädigen oder sogar zum Tode führen.

Das Immunsystem eines Babys ist gerade erst dabei, stark zu werden und zu wachsen und nicht in der Lage, Herpesviren in Schach zu halten. Sollte eine werdende Mutter unter Lippenherpes leiden, besteht jedoch normalerweise kein Grund zur Sorgen.

Psychische Auswirkungen eines ausgebrochenen Lippenherpes

Einen Punkt habe ich bisher noch nicht angesprochen. Lippen- bzw. Gesichtsherpes stellt für viele Betroffene auch eine psychische Belastung dar. Besonders dann, wenn das Virus immer wieder kommt und das Gesicht großflächig von Bläschen befallen ist.

Viele Herpesgeplagte berichten, dass sie sich bei einem akuten Ausbruch am liebsten einsperren und nicht unter Leute gehen würden. Leider ist dies ein kleiner Teufelskreis, denn auch psychische Faktoren können das Immunsystem beeinflussen und damit indirekt wieder auf die Herpesausbrüche Einfluss ausüben.

So gibt es sogar Anzeichen dafür, dass tatsächlich die Angst vor Herpes selbst Herpes auslösen kann.

Auch wenn es keinen Grund zur Scham gibt, sollte Herpes keinen Einfluss auf die Lebensqualität haben. Daher zeige ich Dir gerne, wie man sein Immunsystem nachhaltig stärkt und im Kampf gegen Herpesausbrüchen trainiert.

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Herzlichst, Dein Marcel.

Marcel Hoehrmann

studierter Sportwissenschaftler, Gesundheitsberater & Präventionscoach

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