Genitalherpes darf kein Tabuthema sein

Herpes ist unangenehm, Herpes schmerzt und Herpes belastet

Dies gilt für jeden Herpestyp auf irgendeine Weise. Doch bei einem Typ ist nicht nur der physische Leidensdruck sehr ausgeprägt, sondern besonders auch der psychische: beim Herpes Genitalis, auch bekannt als Genitalherpes oder Herpes im Intimbereich.

Kein Grund zur Scham

Klickt man sich durch einschlägige Foren oder spricht mit Betroffenen selbst, so wird schnell klar: Die Scham ist groß. Und das zu Unrecht. Wie ich ja bereits mehrfach erläutert habe, ist das Herpesvirus ein hochansteckendes und dazu noch unheilbares Virus.

Genitalherpes bei Frauen

Und – besonders Primärinfektionen verlaufen in der Regel unbemerkt. Das macht Herpes doppelt tückisch, da Betroffene von Herpes Genitalis nicht selten gar nicht wissen, dass sie das Virus in sich tragen und damit ansteckend sein können.

Im Folgenden möchte ich euch neben ein paar Fakten zum Virus auch erklären, warum Genitalherpes weder Tabuthema noch Grund zur Scham sein muss. Dazu muss es zunächst mal wieder etwas wissenschaftlich werden.

Auslöser HSV1 oder HSV2

In etwa zwei Drittel der Fälle wird Genitalherpes durch das Herpesvirus Typ 2 ausgelöst, aber etwa 30% der Infektionen entstehen auch durch das Virus vom Typ 1. Herpes Genitalis zählt zu den sexuell übertragbaren Krankheiten.

Das Virus vom Typ 2 wird primär durch Geschlechtsverkehr übertragen. Es ist deutlich weniger weit verbreitet als der Typ 1. Man geht davon aus, dass in Deutschland etwa 10-20 % der Gesamtbevölkerung Virusträger sind.

Wie ihr es bereits vom Gesichtsherpes kennt, ist auch der Genitalherpes dann am meisten ansteckend, wenn er sich im akuten Stadium befindet. Das heißt dann, wenn die Bläschen offen sind und die Flüssigkeit mit meist hoher Viruslast austritt. Da das Virus direkt mit Schleimhäuten in Berührung kommt und diese quasi eine offene Pforte in den Blutkreislauf darstellen, ist die Ansteckungsgefahr hier sehr hoch. Deshalb bieten nicht einmal Kondome einen 100%ig sicheren Schutz.

Bei einem akuten Herpes-Genitalis-Ausbruch sollte daher in jedem Falle auf jegliche Art sexueller Kontakte verzichtet werden. Jedoch ist eine Ansteckung nicht nur bei einem sichtbaren Ausbruch möglich, sondern kann leider auch unwissentlich erfolgen. Viren oder Herpesbläschen können sich beispielsweise auch im Gebärmutterhals oder in der Harnröhre befinden.

Die Primärinfektion mit dem Herpes-simplex 2 erfolgt zumeist im Teenageralter mit den ersten sexuellen Kontakten. Rückfälle sind bei Genitalherpes häufiger zu erwarten als bei Gesichtsherpes, da die Schleimhäute empfindlicher reagieren als „normale“ Haut. Letztere kann in der Regel einen relativ guten Schutzschild darstellen.

Herpes-simplex 1 kann, wie bereits erwähnt, ebenfalls Genitalherpes auslösen. Dies geschieht in den meisten Fällen in Folge eines Ausbruchs im Gesicht. Wenn ein Herpesbläschen mit den Händen berührt wird und diese danach nicht gewaschen wurden, können Viren beispielsweise beim nächsten Gang auf die Toilette in den Intimbereich gelangen und somit eine Infektion der Geschlechtsorgane auslösen. Daher ist und bleibt bei einem akuten Herpesausbruch immer besondere Vorsicht geboten.

Auch Oralverkehr stellt einen Übertragungsweg dar. Kommen Lippenbläschen mit den Schleimhäuten im Intimbereich in Berührung, kann auch dies Genitalherpes nach sich ziehen. Umgekehrt können auf diesem Wege auch Viren vom Typ 2 ins Gesicht oder in die Mundschleimhäute gelangen.

Grundsätzliches zur Ansteckung mit dem Genitalherpes

Wichtig sind mir an dieser Stelle zwei Dinge:

Erstens: Eine Herpes-Genitalis-Infektion kann jeden treffen und deshalb sollte Genitalherpes kein Tabuthema (mehr) darstellen. Keineswegs bedeutet Genitalherpes nämlich, dass man unvorsichtig war. Bei vielen schlummert das Virus jahrelang unbemerkt im Körper und kann trotzdem ansteckend sein.

Zweitens: Genitalherpes muss nicht zwingend über Körperkontakt übertragen werden. Viren fühlen sich in warmer und feuchter Umgebung besonders wohl und sind somit auch beispielsweise in Saunen oder im Whirlpool zu finden.

Wenn ihr ohnehin zu Herpes neigt, solltet ihr also bestenfalls besonders auf Whirlpoolbesuche verzichten. Frauen können sich übrigens deutlich schneller mit Herpes Genitalis infizieren!

Besondere Vorsicht ist bei Schwangeren geboten: Neugeborene können sich bei einem akuten Genitalherpesausbruch bei ihrer Mutter infizieren und zum Teil schwere Schäden davon tragen!!

Wie erkenne ich Genitalherpes?

Genitalherpes ist aufgrund seiner unangenehmen und sehr schmerzhaften Symptome relativ einfach zu erkennen. Wie beim Gesichtsherpes auch verläuft die Primärinfektion meistens unbemerkt.

Der Herpesausbruch selbst äußert sich meist zuerst durch ein Ziehen, Jucken und/oder Brennen im Intimbereich, dem sehr schnell sichtbare Fieberbläschen folgen. Neben den äußeren Geschlechtsorganen können auch der After und sogar die Oberschenkel mit Bläschen befallen sein. Außerdem, wie bereits erwähnt, auch der Gebärmutterhals und die Harnröhre.

Oftmals sind die Lymphknoten stark angeschwollen, besonders in der Leistengegend. Betroffene berichten außerdem auch von Gliederschmerzen, Schüttelfrost und sogar Fieber.

Bei ersten Symptomen sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden, besonders, wenn die Symptome das erste Mal auftreten. Auch, um sicherzugehen, dass es sich wirklich um Genitalherpes handelt.

Cremes und/oder Schmerzmittel können – immer nach Rücksprache mit einem Arzt – während eines akuten Ausbruchs Abhilfe verschaffen, was die Symptome angeht. Auch Tabletten können helfen. Jedoch darf nicht vergessen werden, dass immer nur die Symptome behandelt werden können.

Genitalherpes ist nicht heilbar und wie ich schon des Öfteren erwähnt habe, lässt sich das Virus nur durch eine Stärkung des Immunsystems langfristig in Schach halten.

Was Ihr unbedingt wissen müsst und was Ihr gegen das Wiederkehren der Symptome von Genitalherpes unternehmen könnt, erfahrt Ihr in meinem 3-teiligen Herpes-Videokurs „Wie Herpesbläschen 3x schneller abheilen und Du Herpesausbrüche verhindern kannst„.

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Dein Marcel.

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Marcel Hoehrmann

studierter Sportwissenschaftler, Gesundheitsberater & Präventionscoach

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