Warum Lysin häufig NICHT gegen HERPES hilft!

Wenn ein in einem Nervenknoten schlummerndes Herpesvirus ausbricht, beginnt es sofort damit, sich zu vermehren. Für die Vermehrung benötigt es die Aminosäure L-Arginin. Es wird sogar vermutet, dass ein hoher L-Arginin-Spiegel in deinem Körper selbst die ruhenden Viren in den Nervenknoten reaktivieren kann und argininreiche Lebensmittel und Speisen damit Herpes auslösen können.

L-Arginin ist eine semi-essentielle Aminosäure. “Semi-essentiell” bedeutet: es wird nicht nur über die Nahrung aufgenommen, sondern auch vom Körper selbst gebildet. Die Eigenbildung orientiert sich dabei an dem tatsächlichen Bedarf, während du für die Zufuhr über die Nahrung aber selbst verantwortlich bist.

Die gute Nachricht ist daher, dass du über deine Nahrung den L-Arginin-Spiegel in deinem Körper regulieren kannst. Jede aufgenommene Nahrung hat einen Einfluss darauf, ob in deinem Körper ein herpesfreundliches oder ein herpesfeindliches Milieu vorherrscht.

Und das funktioniert auf zweierlei Wegen. Klar ist: je mehr L-Arginin in Deiner Nahrung enthalten ist, desto mehr landet in deinem Organismus. Über eine hohe Zufuhr freuen sich dann die Herpesviren. Aber: Es gibt einen natürlichen Gegenspieler, der die Aufnahme und auch die Ausscheidung von L-Arginin in deinen Körper reguliert und den du ebenfalls mit der Nahrung aufnimmst.

Hierbei handelt es sich um eine andere Aminosäure. Und diese heißt: L-Lysin.

(zur Vertiefung: „Mythos Lysin: Was ist dran an der Wunderaminosäure im Kampf gegen Herpes?„)

Herpes-Killer L-Lysin

Lysin gehört zu den Aminosäuren, die wir zwar dringend für unsere Körperfunktionen und damit zum Überleben benötigen, die wir aber nicht selbst produzieren können. Die Versorgung müssen wir also mit der Nahrung sicherstellen.

Lysin hemmt die Aufnahme von Arginin bereits im Darm, verhindert damit also die unkontrollierte Aufnahme des Arginins aus argininreichen Speisen, zumindest dann, wenn genug Lysin vorhanden ist. Denn dieser Effekt ist natürlich wiederum von der Menge des vorhandenen Lysins abhängig. Es landet dann weniger Arginin in deinen Zellen, so dass es den Herpesviren, die es wie gesagt für ihre Replikation benötigen, weniger zur Verfügung steht. Die Vermehrung des Herpesvirus wird dadurch gehemmt und die Zellen deines Immunsystems werden mit einer kleineren Armee an Herpesviren konfrontiert.

Aber das ist noch nicht alles. Denn darüber hinaus beeinflusst Lysin zudem als natürlicher Gegenspieler von Arginin argininabhängige Stoffwechselprozesse. Es hemmt nicht nur die Aufnahme im Darm, sondern auch direkt in die Zellen. Das ist der Ort, in dem sich die Herpesviren vermehren, während sie die Zelle dabei ausschlachten. Eine geringere Argininkonzentration in den Zellen hemmt daher direkt das Vermehrungspotential der Herpesviren.

Zusätzlich fördert Lysin die Bildung des Arginin-abbauenden Enzyms Arginase und begünstigt die Ausscheidung von Arginin durch die Nieren.

Du siehst also, Lysin hat das Potential, die Argininkonzentration in deinem Körper bzw. in deinen Zellen so stark zu reduzieren, dass es den Herpesviren nur sehr eingeschränkt zum Bau neuer Viren zur Verfügung steht.

Das Beste daran ist, dass dieser Effekt so schnell wirkt, dass eine hohe Einnahme von Lysin, das als Nahrungsergänzungsmittel leicht verfügbar ist, bei den ersten Symptomen von Herpes – also dann, wenn du das erste Ziehen oder Jucken spürst – den Herpesausbruch in letzter Minute sogar verhindern kannst.

Die gezielte und richtige Einnahme von Lysin sorgt aber auch für ein schnelleres Abheilen eines bereits aktiven Herpesausbruchs inklusive der lästigen Herpesbläschen bzw. Fieberblasen.

Und:

Lysin wirkt auf diesem Weg bei Lippenherpes, Genitalherpes und sogar bei Gürtelrose!

(„Lippenherpes – Das bekannteste Herpesvirus„, „Genitalherpes darf kein Tabuthema sein„, „Herpes Zoster – Eine unterschätzte Virusform„)

An dieser Stelle endet die Lysin-Story in der Regel. Jetzt muss man ja eigentlich nur noch wissen, wie viel Lysin eingenommen werden muss, um den Effekt auszulösen. Aber gar kein Problem. Steht ja auf der Packung der Lysin-Kapseln. Doch so einfach ist das leider nicht.

Seit über 10 Jahren verhelfe ich Menschen, die an Herpes leiden, zu einem starken Immunsystem. Immer mit dem Ziel, die Herpesrezidivrate so weit wie möglich zu senken. Während der Trainingsphase spielt auch der Einsatz von Lysin eine wichtige Rolle im Einsatz gegen Herpessymptome.

Allgemein wird angegeben, dass eine täglich eingenommene Menge von 3 Gramm die richtige Dosierung für Lysin im Einsatz gegen Herpes darstellt. Im Laufe der Zeit ist mir aufgefallen, dass die Menge von 3 Gramm zu unterschiedlichen Erfolgen und Erfahrungen führten. Was konnte das bedeuten?

Überlegen wir mal. Bei allen Menschen ist der Mechanismus zwischen Lysin und Arginin – also ihre Wirkung aufeinander – identisch. Und ebenfalls bei allen Menschen wird Arginin zur Replikation der Herpesviren benötigt.

Theoretisch müsste eine bestimmte Menge Lysin ein deutlich ähnlicheres Ergebnis bewirken. Gut, das Körpergewicht ist sicher ein Faktor. Da Lysin und Arginin auch in andere Stoffwechselvorgänge eingebunden sind und ein Körper mit einem höheren Gewicht auch aus einer höheren Anzahl an Zellen besteht, hat dies sicher einen Einfluss.

Aber auf Nachfrage haben mir einige der Betroffenen ihr Körpergewicht genannt und das war zumindest bei diesen nicht weit auseinander. Jedenfalls nicht so deutlich, dass dies allein eine unterschiedliche Erfolgsquote bei der Anwendung von Lysin gegen Herpes rechtfertigen würde.

Durch eine Erhöhung der Dosierung konnten die Betroffenen dann aber zu den gleichen Herpes-reduzierenden Ergebnissen kommen. Das kann nur bedeuten, dass die individuelle Ernährungsweise eine gewichtige Rolle für das Arginin-Lysin-Verhältnis im Körper spielen muss, sodass die Einnahme von 3 Gramm Lysin am Tag bei einigen das Auftreten von Herpessymptomen komplett verhinderte, während es bei anderen nur zu einer Abschwächung führte.

Also habe ich für über 300 Lebensmittel den Lysin- und den Arginin-Gehalt recherchiert und ins Verhältnis gebracht.

Dabei ist mir folgendes aufgefallen:

1. Die Masse der Lebensmittel weisen ein nahezu ausgeglichenes Verhältnis an Lysin und Arginin auf.

2. Fast alle Lebensmittel enthalten beide Aminosäuren: Lysin und Arginin.

3. Aber: Es gibt eine Reihe von Lebensmitteln, die ein teilweise extrem stark ausgeprägtes Verhältnis zugunsten von Lysin oder Arginin aufwiesen.

Der Verzehr von diesen Lebensmitteln greift daher so stark in das Verhältnis von Lysin zu Arginin im Körper ein, dass die zusätzlich über ein Lysinpräparat eingenommene Menge von beispielsweise 3 Gramm völlig unterschiedliche Effektivität dabei aufweist, Herpesausbrüche zu verhindern.

Dabei sollte aber tunlichst vermieden werden, einfach ohne Rücksicht sehr hohe Mengen an Lysin täglich und über einen längeren Zeitraum einzunehmen. Denn je mehr Lysin du über die Nahrung und ggf. einer Nahrungsergänzung dem Körper zuführst, desto geringer wird der Argininspiegel in deinem Körper sein. Denn das Lysin bremst ja einerseits die Aufnahme und fördert andererseits die Ausscheidung von Arginin.

Das ist ganz klar genau das, wovon wir während eines Herpesausbruchs profitieren. Aber über einen längeren Zeitraum ist das keineswegs gesund oder vorteilhaft. Denn unser Körper braucht auch Arginin und kann nicht dauerhaft darauf verzichten! Es ist wichtig für die Zellgesundheit, es ist an der zellulären Immunantwort beteiligt und trägt eine wichtige Funktion bei Entgiftungsprozessen. Ein Arginin-Mangel kann zu Leistungsabfall, Infektanfälligkeit, erektiler Dysfunktion und Herzbeschwerden führen.

Einen Mangel an Arginin dürfen wir also durch die Einnahme von zusätzlichem Lysin nicht herbeiführen. Dann würde unsere Anfälligkeit für Herpesausbrüche sogar noch steigen.

Wenn Du jetzt googelst oder in Fachbüchern nachschlägst, findest Du sehr unterschiedliche Empfehlungen, wie viel Lysin du täglich einerseits zur Herpesprophylaxe und andererseits für die Akutphase einer Herpeserkrankung einnehmen solltest. Die Angaben gehen dabei sehr stark auseinander.

Und wie du gesehen hast, ist es so pauschal auch gar nicht zu beantworten. Konsumierst Du z.B. gerne Käse, führst du deinem Körper damit ein Lebensmittel zu, das einen sehr hohen Lysinüberschuss aufweist. Isst du hingegen lieber pflanzlich und greifst gerne bei Nüssen und Saaten zu, beeinflusst du das Lysin-Arginin-Verhältnis in deinem Körper zugunsten von Arginin.

Da Lebensmittel mit Ausnahme von Ölen immer beide Aminosäuren enthalten, ist es nicht nur wichtig, wie viel Lysin oder Arginin darin enthalten sind, sondern das Verhältnis bzw. der Überschuss zählt.

100 Gramm Gouda enthalten z.B. knappe 800 Milligramm Arginin. Das ist gar nicht so wenig und sorgt dafür, dass oftmals der Schluss gezogen wird, dass Gouda als Argininlieferant Herpesausbrüche provoziert und den Herpesviren eine reichhaltige Menge an dem für sie so lebenswichtigen Baustein serviert.

Aber Gouda enthält neben den fast 800 Milligramm Arginin satte 2269 Milligramm Lysin. Nehmen wir einmal an, dass sich Lysin und Arginin zunächst 1:1 gegenseitig neutralisieren. Dann weist Gouda einen deutlichen Lysinüberschuss auf und kann damit auf jeden Fall als Lysinlieferant und eben nicht als Argininlieferant bezeichnet werden. [Animation: Balkendiagramm mit 2 Säulen, eine hohe Säule für Lysin (links) und eine kleinere Säule für Arginin (rechts); beim Wort neutralisieren, die Höhe der Argininsäule in der Lysinsäule farbig markieren und dann den farbig markierten Bereich gleichzeitig mit der Argininsäule „wegbouncen“ und den übrig gebliebenen Teil der Lysinsäule stehen lassen] Gouda ist damit im Hinblick auf die Herpeswirksamkeit ein Herpes-hemmendes Lebensmittel und kein Auslöser für Herpes, da in 100 Gramm Gouda beinahe ein Lysinüberschuss in Höhe von 1 ½ Gramm enthalten sind.

Genau umgekehrt verhält es sich bei Kernen und Nüssen. Hier verstecken sich wahre Argininbomben, die man kennen sollte. Denn bereits eine auf dem Weihnachtsmarkt vertilgte, mittelgroße Tüte gebrannte Mandeln liefert dem Organismus einen so großen Argininüberschuss, dass diese einzige Sünde direkt einen Herpesausbruch auslösen kann, da die darin enthaltene große Menge an Arginin das Potential hat, ruhende Herpesviren zu reaktivieren.

Du siehst, es ist viel komplizierter und komplexer als oberflächlich betrachtet. Und ganz bestimmte Lebensmittel des täglichen Konsums entscheiden stärker über das im Körper vorherrschende Lysin-Arginin-Verhältnis als die tägliche Menge von vielleicht 3 Gramm Lysin über ein Nahrungsergänzungsmittel.

Fazit zur Anwendung von Lysin zur Vermeidung von Herpesrezidiven bzw. Herpes-Ausbrüchen:

1. Den Haupteinfluss auf den Lysin-Arginin-Spiegel hat die tägliche Nahrung.

2. Mit der zusätzlichen Einnahme von Lysin über Kapseln kannst du bei richtiger Dosierung und Anwendung einen Argininüberschuss ausgleichen und ein Herpes-feindliches Milieu im Körper generieren.

3. Aber die notwendige Menge für diese Wirkung muss auf die Ernährungsgewohnheiten abgestimmt werden!

In der Praxis meiner Kunden hat sich herausgestellt, dass bereits ein konstanter, leichter Lysin-Überschuss ausreichend dafür ist, die Herpesrezidivrate zu senken. Wenn man dann beim ersten Anzeichen eines Herpes – also bei den allerersten Herpessymptomen – die Dosierung vorübergehend erhöht, lassen sich die Ausbrüche in vielen Fällen auch dann noch unterbinden. Jedenfalls so weit, dass es zwar Symptome gibt, die sichtbaren Herpessymptome aber eben nicht auftreten.

Beginnt die Einnahme der richtigen Menge Lysin erst während eines aktiven Herpesausbruchs, heilen die Symptome schneller ab und verschwinden.

Für alle diese Phasen sind aber von Mensch zu Mensch unterschiedliche Mengen an zusätzlichem Lysin über Kapseln notwendig, um den gewünschten Effekt im Hinblick auf die Herpesviren und die Herpessymptome zu erreichen.

Veganer konsumieren beispielsweise viel mehr argininüberschüssige Lebensmittel als Mischköstler bzw. Omnivore (also „Allesfresser“). Bei Vegetariern ist es wiederum davon abhängig, ob und wie viel Fisch sie essen usw.

Wenn Du eine vollständige Anleitung dazu haben möchtest und den Zugriff auf eine Lysin-Argin-Tabelle zur Identifizierung der Lysin- bzw. Arginin-Bomben, dann schau dir bitte meinen Videokurs „Wie Herpesbläschen 3 x schneller abheilen und du Herpesausbrüche verhinderst“ an. In diesem 3-teiligen Videokurs erkläre ich dir alles verständlich mit einer 1:1 umsetzbaren Schritt-für-Schritt-Anleitung zu einem Leben, in dem Herpes keine Rolle mehr spielt.

Der Kurs ist derzeit absolut gratis und enthält als Bonus eine Tabelle mit den 20 größten Lysin- und Argin-Bomben, die du unbedingt kennen musst, um deinen Lysin-Arginin-Spiegel immer im Positiven zu halten.

In diesem Videokurs stelle ich dir noch einen natürlichen Herpesblocker für die äußere Anwendung vor, der deine Hautzellen vor dem Eindringen von Herpesviren schützt. Ohne Eindringen keine Vermehrung. Ohne Vermehrung keine Symptome.

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Herpesfreie Grüße, Dein Marcel.

P.S. Seit Kurzem enthält der Kurs noch ein Bonusvideo. Wenn du gerne Schokolade isst und wissen möchtest, ob sie Herpes auslösen kann, darfst du das nicht verpassen. Klick dich rein. Du hast nichts zu verlieren, außer deine Herpesausbrüche!

  • Breier, Dr. med. Friedrich et. al.. (2012). Fieberblasen, Herpes & Co.. Wien: Verlagshaus der Ärzte.
  • Buhner, S.H. (2020). Pflanzliche Virenkiller. Immunstärkung und natürliche Heilmittel bei schweren und resistenten Virusinfektionen.
  • Ganymede Communications LTD. (o.J.). L-Arginin. Abgerufen am 12.07.2020, von https://aminosäure.org/aminosaeuren/l-arginin/
  • Gröber, Uwe. (2011). Mikronährstoffe. Metabolic Tuning – Prävention – Therapie. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft.
  • Gröber, U. (2018). Mikronährstoff-Beratung. Ein Arbeitsbuch. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft.
  • Llysin.com. (o.J.). L-Lysin – Das Vitamin C unter den Aminosäuren. Abgerufen am 12.07.2020, von https://www.llysin.com/
  • Max-Rubner-Institut. (2014). Der Bundeslebensmittelschlüssel. Karlsruhe: Max Rubner-Institut (MRI) – Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel.
  • Mehner, K. (06. Januar 2012). Arginin erweitert die Blutgefäße. Abgerufen am 12.07.2020, von https://www.gesundheit.de/ernaehrung/naehrstoffe/naehrstoffwissen/arginin
  • Natura Foundation. (o.J.) L-Lysin. Abgerufen am 12.7.2020, von https://www.naturafoundation.de/Wissenszentrum/Monographien/16/l-lysin

Marcel Hoehrmann

studierter Sportwissenschaftler, Gesundheitsberater & Präventionscoach

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